|
Ein kleiner Einblick in die Geschichte und die Regeln des Ringens Was ist Ringen ? Ringen ist eine Zweikampfsportart. Jeder Kämpfer verfolgt das Ziel, seinen Gegner auf die Schultern zu zwingen oder nach Punkten zu besiegen. Dazu er nicht nur eine gute Technik und Kondition, sondern auch das taktische Geschick, in jeder chancenreichen Kampfsituation mutig anzugreifen oder zu Kontern. Technik, Kondition, Geschick und Kraft, vier Eigenschaften die den Ringkampf prägen. Etwas Geschichte muss sein: Ringen hat eine Jahrtausende alte Geschichte und gehörte schon zum Programm der antiken Olympischen Spiele. Schon im 17. Jahrhundert wurde Ringen zur Selbstverteidigung ausgeübt. In Deutschland wurde Ringen populär, als 1885 Karl Abs die inoffizielle Weltmeisterschaft gegen den Amerikaner William Muldoon in New York gewann. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ringtechnik weitreichend geändert. Der traditionelle Standkampf wurde um die Wälztechnik (dem Bodenkampf) erweitert. Wenig später entstanden die bis heute üblichen beiden Kampfweisen griechisch-römischer Stil und Freistil. Die Stilarten: Beim Griechisch-Römischen Stil sind nur Griffe oberhalb der Gürtellinie erlaubt, beim Freistil darf überall angegriffen werden, auch dürfen die Beine eingesetzt werden.
Zum Kampf: Seit 2005 werden die Kämpfe in Runden wie beim Boxen eingeteilt. Die Kampfdauer bei den Einzelmeisterschaften beträgt für Senioren und Junioren 3 x 2 Minuten für Schüler und Cadets 3 x 1.30 Minuten. Der Kampfverlauf: Beim Aufruf begeben sich die beiden Ringer in die rote bzw. blaue Mattenecke. Von dort ruft sie der Kampfrichterin die Mattenmitte und überprüft, ob die Kleidung in Ordnung, der Körper trocken und die Fingernägel kurz geschnitten sind.Nachdem sich die Ringer die Hand gereicht haben und in ihre Ecken zurückgegangen sind, pfeift der Kampfrichter den Kampf an. Der Kampf beginnt ... Die Ringer gehen aufeinander zu und versuchen, den Gegner aus dem Stand mit speziellen Grifftechniken auf die Schultern zu zwingen. Beim Standkampf ist es wichtig sicher und fest zu stehen. Das gelingt ihm, wenn er die Beine in den Knien leicht beugt und das Körpergewicht über die schulterbreiten Füße bringt. Die Hände hält er vor dem Körper, um schnell mit dem Gegner Kontakt zu finden. Im Freistil beugt er den Oberkörper stärker nach vorn, da auch die Beine vor angriffen geschützt werden müssen. Sobald der Gegner mit einer Grundfassart (Handgelenk-Nacken oder Kopf von oben-oberarm von oben) in seiner Bewegungsfreiheit eingeengt ist, wird versucht, ihn mit einem Runterreißer oder einem Wurf zu Boden zu bringen. Solche Aktionen führen nur selten zum sofortigen Schultersieg, denn meistens kann sich der Gegner durch Drehen in die Bauchlage oder Brückenstellung retten. Jetzt kommt es zum Bodenkampf der im Knien der Liegen ausgetragen wird. Dabei unterscheidet man den in der Bankstellung oder Bauchlage befindlichen Untermann vom Obermann, der den Untermann von der Seite oder von hinten beherrscht. Im Bodenkampf werden Wälzer, Wenden und Würfe als Grifftechniken eingesetzt. Der Ringer kann seinen Kampf wie folgt gewinnen:
Der Schultersieg: Der Kampfrichter stellt den Schultersieg fest, wenn ein Ringer auf beiden Schulter liegt, von seinem Gegner festgehalten wird, so dass ein erkennbarer Stillstand eingetreten ist. Rundengewinne: Sofern kein Schultersieg erzielt wird, entscheidet die Anzahl der gewonnenen Runden über den Sieg (zwei bzw. drei Rundengewinne sind nötig). Die Aktionen Würfe, Griffe der Athleten werden mit entsprechenden Punkten gewertet, Sieger einer Runde ist: - Wer am Ende der Runde mehr Punkte hat, oder - Wer bei Unentschieden (nicht 0:0) die höhere Wertung erzielt hat oder den letzten Punkgemacht hat, oder .. - Wer mit sechs oder mehr Punkten führt, oder.. - Wer zwei Dreierwertungen erzielt, oder.. - Wer einen Wurf mit Großer Amplitude (5er-Wertung) durchführt. Außerdem kann ein Kampf durch Verletzung, Aufgabe oder Nichtantreten eines Ringers enden, oder durch Disqualifikation eines Ringers. Dem Ringer ist während des Kampfes verboten: an den Haaren, Ohren, Geschlechtsteilen zu ziehen, an der Haut zu kneifen, beißen sowie die Finger und Zehen zu verdrehen. Allgemein ist es verboten Griffe und Bewegungen mit der Absicht durchzuführen, den Gegner zu quälen oder ihm Schmerzen zuzufügen, um damit zu erreichen, das er im Kampf nachgibt. Darüber hinaus ist es verboten, zu treten, mit dem Kopf zu stoßen, zu würgen, allgemein zu stoßen, alle Griffe und Aktionen die das Leben des Gegners gefährden oder den Bruch oder Verrenkung von Gliedern verursachen können sowie dem Gegner auf die Füße zu treten und das Gesicht des Gegners zwischen Augenbrauen und Mundlinie zu berühren. Ellenbogen oder Knie dürfen nicht in Magen oder Bauch gedrückt werden, die Fußsohle des Gegners darf nicht gefasst werden. Der Ringer darf sich nicht an der Matte festhalten, Gespräche zwischen den Ringern sind während des Kampfes verboten (haben ja auch etwas besseres zu tun)  Und dann gehört noch zum Ringen: Das Kampfgericht, bestehend aus einem Mattenpräsidenten, einem Kampfrichter und einem Punktrichter. Die Kampfkleidung bestehend aus dem einteiligen Trikot, das im Freistil bis zu den Oberschenkeln gehen, beim griechisch-römischen Stil bis zu den Knien reichen darf und den hohen, weichen Ringerschuhen, die ohne Metallösen und Absätzen sind.
Die Ringermatte, kreisförmig mit einem Durchmesser von 9 Metern, die mit einer quadratischen Sicherheitsmatte (Umrandung) umgeben ist. Dabei bildet die zentrale Ringkampffläche (7 Meter Durchmesser) die Hauptwettkampffläche, an die sich die 1 m breite rote Passivzone anschließt. Das Zentrum der Matte wird durch einen Kreis (1 Meter Durchmesser) markiert. Die Gewichtsklassen der FILA (alle Angaben in Kilogramm) MÄNNER: 55 / 60 / 66 / 74 / 84 / 96 / 120 Frauen EM/WM: 48 / 51 / 55 / 59 / 63 / Die neuen Regeln: Neue Saison, neue Regeln. Wichtigste Änderung: Statt Punkt für Punkt zu sammeln müssen Ringer wie die Tennisspieler bei einem Grand-Slam-Tunier drei Sätze (im Ringen drei Runden) gewinnen. Die bedeutendsten Neuerungen: Kampfdauer: Maximal 3 Runden a zwei Minuten (bei 30 Sekunden Pause). Für jede Runde gibt es einen Sieger. Kampfsieger: Wer als Erster drei Runden gewonnen hat. Ein Schultersieg beendet den Kampf sofort – wie bisher auch. Rundensieger: Bei sechs Punkten Vorsprung ist die Runde vorbei. Wer einen Fünf-Punkte-Griff mit großer Amplitude ausführt ist ungeachtet des Punktestandes Sieger der Runde. Das gilt auch für zwei Drei-Punkte-Griffe. Bei Gleichstand entscheidet die höhere Einzelwertung. Gibt’s hier keine Unterschiede entscheiden die Verwarnungen oder die letzt Wertung. Punktesystem: Wer im Stand die Schutzzone betritt, verschafft seinem Gegner einen technischen Punkt. Die Bodenlage nach Verwarnung oder Passivität wurde abgeschafft.
|